Geschichte

Im Jahr 1906 fand im Hörnli die Grundversammlung der Fasnachtsgesellschaft statt und in 1947 wurde die Gesellschaft nochmals gegründet im Gasthof Sternen. Im Jahre 1907 war Xaver Rust – Hediger vom Kurhaus der Hudivater.

Wie die Fasnacht entstand

Fasnacht

Begonnen hat es im alten Rom. In Erinnerung an das paradiesische Zeitalter, da Gott Saturn auf Erden herrschte, beging man um die Wintersonnenwende die Saturnalien. Man schmauste und trank, war fröhlich und guter Dinge, liess Kampf und Streit ruhen und bestrafte keine Sünder. Ausserdem durften sich Sklaven wie Freie kleiden und sich ungehindert unter das Volk mischen. Diese Lustbarkeiten schoben sich in die vorösterliche Zeit. Die Kirche fügte dann das tolle Treiben in den Rhythmus ihrer Feste ein. Bis der Fastenruf: „Carne vale - Fleisch lebe wohl"!, erscholl, sollte sich das Volk austoben. Ohne Hemmungen und deshalb maskiert.

Bald breitete sich das derb-fröhliche Treiben nach Mitteleuropa aus. Überall traten ihm alte Bräuche entgegen. In der alemannischen Schweiz war es das heidnische Fruchtbarkeitsfest, das im christlichen Fase-Fest aufging. Fase und Fasten wurden sprachlich vermischt mit Fasnacht. Bei den Alemannen war der Winter mit seinem dürftigen Tageslicht die heilige Zeit des Totenkultes. Da aber die Geister der Abgeschiedenen böse und rachsüchtig sind und wiederkommen, um sich jemanden in ihr Schattenreich zu holen, wurden Zaubermittel in Form von Maskentänzen und Lärmumzügen angewendet. Diesen primitiven Kundgebungen lagen religiöse Demonstrationen zu Grunde: Die Bannung böser Geister und Dämonen und die Fruchtbarkeitserzeugung. In unseren Fasnachtsbräuchen haben sich, von der Kirche umgedeutet aber weiterhin geduldet, Gewohnheiten erhalten, die zurückgehen auf jene fernen Tage, da die Alemannen in Tiermasken Geister beschworen und die Götter der Fruchtbarkeit um ihre Huld baten.

Beim Masgeradenlaufen, wie die Strassenfasnacht früher genannt wurde, führten traditionelle Figuren einen Besen mit. Sie tauchten ihn im Brunnen und verfolgten dann die Jugend, zumal die jungen Mädchen, die sie gründlich bespritzen. Auch hier lebt alemannischer Fruchtbarkeitszauber, denn fliessendes Wasser bedeutet ein altes Symbol für Fruchtbarkeit. Andere Masgeraden schwingen an einem kurzen Stecken die Saublater. Hinter dem Sinn dieser Masken sind Winterkobolde oder Frühlingsboten zu suchen. Heute sind es Orangen, früher wurden meist kleine Brötchen und Dörrobst ausgeworfen. Die Gaben müssen aber durch die Luft fliegen, denn die Masken haben dämonischen Charakter und Dämonen werfen unter geheimnisvollem Rauschen ihre Gaben durch die Luft.

Ob es sich um Larven aus Holz, Metall, Leder, Stoff oder Pappe handelt, wie sie der alte Volksbrauch kannte, oder um unsere eigene, weniger starre Maske, die wir nur ablegen wenn wir allein sind, der Sinn ist Steigerung von Macht und Lust durch das Hineinschlüpfen in eine neue Rolle, mit der man sich mehr oder weniger identifiziert. Die Maske, die man trägt, ist Lüge und Wahrheit. Sie ist Lüge, weil wir auch hinter ihr bleiben, was wir im Alltag sind, sie ist Wahrheit, weil sie oft ein erlösendes Bekenntnis ist.

Der Hudivater

Walchwil

Alle drei Jahre erküren die Walchwiler an Martini den neuen Hudivater, der dabei auch seinen Vice-Hudivater vorstellt. Früher erfolgte die Wahl am Schiessvereinsmontag, dem Jahresgedächtnis des Militärschiessvereins. Dem Lauf der Zeit gehorchend, wurde der ursprüngliche Feiertag auf den dritten Samstag im Januar vorverlegt. An diesem Samstag um Sankt Sebastian, dem Patron der Schützen, ist der traditionelle Auftakt zur Fasnacht in Walchwil. Sie beginnt mit einem kleinen Umzug zur Gedächtnismesse in der Kirche und geht anschliessend in die Strassenfasnacht über, bis sie am Abend mit dem feierlichen Zeremoniell zur Amtseinsetzung des Hudivaters und seiner Begleiter endet. Der Hudivater regiert mit seinem Zepter aus Kastanienholz, kunstvoll verziert mit dem goldenen Cheschtene-Igel, den Insignien närrischen Treibens in der Walachei, wie Walchwil während der Fasnacht geheissen wird. Zur Krönung dieses Eröffnungsballs lüftet der Hudivater ein bis dahin sorgfältig gehütetes Geheimnis: Die Präsentation der beiden Hudimütter. Diese sollen gemäss der Überlieferung junge, unbescholtene Töchter aus der Gemeinde sein.

Mehrere Veranstaltungen bieten eine abwechslungsreiche Walchwiler Fasnachtszeit. Höhepunkt im Wahljahr des Hudivaters ist der Umzug vom Sonntag, an dem das ganze närrische Volk auf den Beinen ist. Mit der Kinderbescherung am Güdelzischtig und anschliessender Uslumpete wird die Fasnacht beendet.

Am Aschermittwoch beginnt die 40-tägige Fastenzeit zur Vorbereitung auf Ostern. Genau genommen sind es jedoch 46 Tage, da die sechs Sonntage bis dahin nicht als Fastentage gelten.

Alt Hudivater Franz Joseph, gewesener Kaiser der Walachei

Umzug

Musik

Kasimir oder Kasi Geisser war ein Schweizer Klarinettenspieler, Kapellmeister und Komponist. In der Gemeinde Arth geboren und aufgewachsen in Goldau komponierte er in den dreissiger Jahren An der Walchwiler Fasnacht. (Erinnerung an Kasi Geisser: An-der-Walchwiler-Fasnacht-Kasi-Geisser-Mazurka - Echo vom Gätterli).